Kolab Server erweitern
From Kolab wiki
Einleitung
Der Kolab Server wird vom Kolab Konsortium mit einer definierten Zahl an Paketen und einem fixen Umfang an Groupware-Funktionalität bereitgestellt. Diese Grundlage wird von den Entwicklern des Kolab Servers gut getestet und steht damit möglichst stabil für die Nutzer zur Verfügung.
Natürlich finden viele Administratoren Eigenschaften, die im offiziellen Server fehlen, aber von ihren Nutzern gewünscht werden. Entsprechend häufig fragen Admins auf den Mailing-Listen wie sie den Kolab Server mit dieser oder jener Erweiterung versehen können. Häufig äußern die Fragenden auch den Wunsch, dass diese Erweiterung in den offizielen Set der vom Kolab Server unterstützten Features aufgenommen werden sollte.
Einer der wichtigsten Faktoren für den kommerziellen Erfolg des Kolab Servers ist aber seine Stabilität und die kann das Konsortium nur gewährleisten, solange die Zahl der zu testenden Eigenschaften des Server nicht unüberschaubar groß wird. Schließlich sind auch die Entwickler-Kapazitäten des Kolab-Konsortium begrenzt.
Die Aufnahme neuer Eigenschaften oder Pakete in den Kolab-Server wird also vom Konsortium nur sehr langsam vorangetrieben. Administratoren, die ihren Kolab Server trotzdem erweitern wollen, sind gezwungen diese Erweiterungen manuell in das System zu integrieren. Dieser Artikel gibt einen generellen Überblick über das Verfahren und dieses Wiki hält weitere Beispiele für konkrete Erweiterungen bereit.
Derzeit fehlt leider ein automatisiertes System für Kolab-Server-Erweiterungen, aber Möglichkeiten für ein solches System haben die Entwickler auf den Mailing-Listen bereits diskutiert.
Neue Pakete installieren
Um den Kolab Server zu erweitern wird der Administrator in den allermeisten Fällen neue Pakete installieren müssen. Der eine Administrator möchte Mailinglisten auf dem Kolab Server managen, ein anderer möchte ein Ticket-System einbauen und wieder ein anderer möchte Mails von externen Accounts abholen. In all diesen Fällen muss der Admin die passende Software zuerst einmal vom OpenPKG-Projekt heruntergeladen werden.
Das OpenPKG-Projekt ist beim Zugriff auf die Pakete eher restriktiv. Es ist zwar problemlos möglich Pakete kostenfrei herunter zu laden, aber der Administrator muss sich mit einer E-Mail-Adresse registrieren und diesen Account in regelmäßigen Abständen aktualisieren. Das erlaubt es dem OpenPKG-Projekt Nutzungsstatistiken zu erstellen. Dieses Verfahren wird nicht jeden Nutzer glücklich machen, aber derzeit führt kein Weg an dieser Methode vorbei, wenn man den eigenen Kolab Server erweitern möchte.
Registrieren kann man sich unter [1].
Nachdem die Registrierung erfolgt ist, kann der registrierte Nutzer auf die FTP-Server des OpenPKG-Projektes zugreifen und sich dort die verfügbaren Pakete ansehen bzw. herunterladen.
Das geschieht am einfachsten, indem der Nutzer im Browser die Adresse [2] angibt. Die vorangestellte E-Mail-Adresse (EMAIL@EXAMPLE.ORG) muss dabei der vorher registrierten E-Mail-Adresse entsprechen. Nachdem der Nutzer das Passwort korrekt eingegeben hat, wird ihm der Zugriff auf die in den vier Kategorien BASE, CORE, EVAL und PLUS eingeordneten Quellpakete gewährt.
Der Administrator kann diese Pakete am einfachsten mit wget auf seinen Kolab Server herunterladen. Dazu verwendet er wieder die oben registrierte E-Mail-Adresse:
wget ftp://EMAIL@EXAMPLE.COM@ftp.openpkg.org/current/SRC/BASE/EIN-PAKET-1.0.0-20080708.src.rpm
Ein so heruntergeladenes Quellpaket kann der Admin dann mit Hilfe von rpm installieren. Auch wenn der Aufruf des Befehls etwas anders aussieht als auf vielen anderen Distributionen, gelten für die Optionen nach dem rpm Kommando die gleichen Regeln, wie für das bekannte rpm-Werkzeug auf anderen Distributionen.
Zuerst muss der Administrator das Quellpaket kompilieren:
/kolab/bin/openpkg rpm --rebuild EIN-PAKET-1.0.0-20080708.src.rpm
Wenn rpm diesen Schritt erfolgreich beenden konnte, kann der Administrator das erstellte, binäre Paket mit folgendem Befehl installieren:
/kolab/bin/openpkg rpm -ihv /kolab/RPM/PKG/EIN-PAKET-1.0.0-20080708.PLATTFORM.src.rpm
Der Bezeichner PLATTFORM entspricht dabei der Beschreibung der Plattform des Kolab Serves (z.B. ix86-gentoo1.6.14-kolab für eine x86-Maschine mit einem Gentoo-Linux-Betriebssystem).
Sollten rpm bei der Installation Fehler melden dürfte das in den allermeisten Fällen an nicht erfüllten Abhängigkeiten liegen. Der Administrator muss in diesem Fall die noch zusätzlich notwendigen Pakete herunterladen und im System installieren, bevor er sich nochmals an dem eigentlich gewünschten Paket versucht.
